Monday, August 13, 2007

Planet Prozess

11.8.07 Planet Prozess
Wir wurden zur sog. Block-Party bei einem Straßenkunst-Projekt im ehemaligen Bundesspicher in der Cuvrystraße in Kreuzberg eingeladen. Wir sollten dort drei Tage stehen, aber wie das Schicksal es immer mit unserem Projekt meint - am 1. Tag streikte (wieder!) der Computer und wir nur per Hand geschriebene Einträge einsammeln konnten. Am nächsten Tag war der Laptop wieder fit, nur die Projektorganisatoren nicht - nach den Partyschmeißenstrapazen waren sie ziemlich müde und schrieben einfach auf einem Brett "Sonntag ist die Ausstellung geschloßen!" Na ja. Und dann am Montag arbeitete man sowieso nicht, was aber vorher - in der Plannungsphase - niemandem eingefallen war.
Dafür aber ging es uns am 1. und zugleich letzten Tag des Projekts zum Besuch bei der Street Art echt spitze. Das Wetter war OK, die Musik stimmte und es kamen Hunderte von Gästen, die alle sofort beim Radar mitmachen
wollten.

  1. Ich bin generell grosser Fan von Osteuropa. Ich finde es toll das es Aktionen von polnischen Künstlern in Deutschland gibt + umgekehrt. Ich mag an Osteuropa das die Künstler „freier“ + kreativer sind als in Deutschland + sich mehr Menschen trauen Kunst zu machen. Ich freue mich das Künstler vieler verschiedener Nationen hier ihre Kunst ausgestellt haben + die Unterschiede zu sehen. Ich hoffe das Deutsche + deutsche Künstler sich von polnischer Kunst inspirieren lassen und auch gemeinsam Kunst machen. (Frauke aus Berlin, hat Abi, war schon mal in Görlitz)

  1. Nette Leute, nettes Land... ich komme jederzeit gerne wieder! (Martin, Systemarchitekt aus Berlin, war mal in Warschau)

  1. Eine Person wollte sich zu unserer Frage nicht äußern, weil wir oben im Infoteil nur Mann und Frau zur Wahl gestellt haben!

  1. Home of great people like John Paul, Lech Walęsa and Kubicka… Polnische Mentalität = ein bisschen traurig/pessimistisch/realistisch, trotzdem herzlich und ehrlich.

Beziehungen zwischen Deutschland und Polen auf politischer Ebene ein Ärger, aber auf menschlicher Ebene waren sich beide noch nie so nah. (Mike, Student aus Bremen, war schon hundertmal und überall in Polen, polnische Eltern)

  1. I like all people also Polish people. I think that all countries from east Block have a problem with sovinismus (Ratismus) but more as problem of confusion. Anyway I don’t know a lot and I am interesting to learn. (Christos, Künstler ? aus Griechenland, hat uns seine mail-adresse hinterlassen, damit wir ihm Infos über Polen schicken)

  1. Bei Polen denke ich an eine gute Freundin. Ich glaube polnische Frauen sind sehr stark und haben viel Charakter. Mein Stiefvater hat bis er 20 Jahre war in Polen gelebt. Fühlt sich als dem Land sehr nahe, obwohl er aus einer deutschen Familie stammt. Er erzählt immer wie wunderschön die Landschaft ist. Ich verbinde also v.a. Menschen mit Polen, die ich kenne. Politisch scheint in letzter Zeit ein bisschen Ausnahmezustand zu herrschen. Wird sich wohl wieder ändern. Ich glaube auch, dass Polen sehr viele Vorurteile gegen Deutsche haben. Schade eigentlich. Ich denke in Deutschland gibt es eher weniger Vorbehalte als früher und mehr Neugier was beim Nachbarn passiert. Vielleicht täusche ich mich. Ich möchte auf jeden Fall in den nächsten Jahren Urlaub in Polen machen. (Katja, Ärztin aus Berlin, noch nie in Polen gewesen)

  1. Vorteile: Nette Leute: Schönes Land

Nachteile: Philo Amerikanische Politik

Sehr schade!!

(Nikos, Angestellter aus Griechenland, noch nie in Polen gewesen)


















Sunday, August 12, 2007

Als wir in Stettin standen

... da schrieben unsere Gäste meistens, was sie über die Deutschen denken. Es gab aber ein paar Einträge, wo sie geschrieben haben, was sie über die Polen denken. Zuerst aber hat unser neuer Praktikant, Hannes, etwas über das Projekt und über unseren Aufenthalt in Stettin geschrieben.




Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön...

Leider konnten wir keine Seefahrt machen, aber dafür haben wir eine Fahrt an die See gemacht. Genauer gesagt haben wir uns mit einer abgespeckten und improvisierten Version unserer Box auf den Weg zu den Tall Ship Races nach Stettin gemacht. Zusammen mit der Städtepartnerschaft Stettin e.V., der Regenbogenfabrik und dem Museum Kreuzberg haben wir den Stettinern und Gästen aus aller Welt ein Bild von Kreuzberg präsentiert, wohingegen sie uns ihre zahlreichen Bilder und Gedanken von und über Deutschland präsentierten.


Die Bandbreite unserer Befragten reichte mal wieder von Jung (6 Jahre) bis alt (80 Jahre), vom Matrosen bis zum Piraten und ein paar Mal quer durch Europa und um die Welt. Ob Holländer, Litauer, Pole, Russe, Deutscher, Amerikaner oder Chilene, alle hatten eine Meinung über Deutschland oder Polen. Manch einer war kurz angebunden und manch einer hätte Bücher schreiben können. Grundsätzlich waren aber die meisten sofort bereit, ein paar Zeilen über Deutschland oder Polen zu schreiben. Es kam sogar vor, dass Leute von sich aus nach unserem Projekt fragten und teilnehmen wollten, ohne dass wir sie erst hätten überreden müssen.

Die ausgelassene Atmosphäre bei den Tall Ship´ Races und das hervorragende Wetter haben sicher auch einen Teil dazu beigetragen. Zwar sind auch wir wieder ganz schön ins Schwitzen gekommen, aber zumindest haben unsere Kugelschreiber der Hitze diesmal getrotzt. Mehr noch als die Hitze hat und diesmal die Dauerbeschallung von der Bühne nebenan zu schaffen gemacht. Eingekesselt zwischen traditioneller Volkmusik, Heavy Metal und Countrymusik war es manchmal schwer, das eigene Wort zu verstehen.



Im Großen und Ganzen sind aber alle wohlbestanden und ohne Gehörsturz aus Stettin zurückgekehrt, um nun in Berlin schon das nächste Event unserer Box vorzubereiten. Vom 11. bis 13. August stehen wir beim Straßenfest des Planet Prozess in der Cuvry Straße beim alten Senatsspeicher und warten auf eure Meinungen über Polen.

Zitty

Das Projekt wurde letztens in "Zitty" erwähnt. Leider nur erwähnt und nicht so richtig präsentiert. Und es gibt einen Fehler im Text. Die Autorin des Artikels meint, die Box würde in Berlin bis Ende des Jahres immer wieder aufgestellt. Zuerst sieht es nicht so aus. Wir stehen gerade in der Cuvry Straße in Kreuzberg bei dem Projekt "Planet Prozess", dann geht es noch zur Lange Nacht der Museen ins Schwules Musem, am Ende des Monats sind wir fünf Tage vor dem Theater HAU und zum Abschluß - am 9. September zum Tag des Offenen Denkmals in der Regenbogenfabrik. Alles in Kreuzberg. Wir sind treue Seelen :-)
Hier klicken, um den Zitty-Artikel zu lesen.

Und unten noch ein paar schöne Einträge aus Stettin, die wir zwar alle schon in geschriebener Version in diesem Blog präsentieren, aber hier wollen wir sie ganz einfach zeigen:




Friday, August 10, 2007

Gäste

Solche Personen trugen sich beim Radar-Projekt ein: ein junge Gorale aus Tatragebirge, drei Trachtenträgerinnen aus verschiedenen Regionen Polens und zwei Stelzenläufer als Piraten verkleidet:



Stettin für Very Important Guests

Sie waren auch bei uns - der Stadtpräsident von Stettin, Piotr Krzystek und der Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Dr. Franz Schulz:

The Tall Ships´ Races 2007

Wir waren da und wir sind begeistert. The Tall Ships´ Races 2007 war ein wunderbares Fest. Vom 4. bis 7. August herrschten in Stettin Schiffe, Sonne und Superlaune.
1 bis 1,5 Millionen Gäste zählten die Organisatoren des Festes. Mehrere Tausend davon besuchten auch das Internationale Dorf der Freunden Stettins, wo - eingeladen von Städtepartner Stettin e.V. - die Radar Mobile Stereotypen Box aufgestellt war. Von den Tausender Besucher haben über 70 ihren Beitrag geleistet zu unserer Fragen: Was denke ich über Polen? sowie umgewandelt: Was denke ich über die Deutschen?

Die Einträge werden wir hier demnächst veröffentlichen. Heute zeigen wir zuerst ein Fotoalbum mit den Fotos der tall ships, der großen Segelschiffe.
Hier klicken, um das Album zu öffnen.


Wednesday, August 1, 2007

Saure-Gurken-Zeit

Genau die ist bei uns momentan ausgebrochen. Das soll nicht heißen, dass das Projekt brach liegt - nein. Wir sind ganz einfach ins Sommerloch gefallen. So gut wie alle Materialien sind bereits ausgewertet (na ja, die Filme...) und wir haben euch auch schon alles berichtet: was vorgefallen ist, was wir erlebt haben und was wir erfahren haben. Zum Glück geht es gleich weiter - ab Freitag wird unsere provisorische Reise-Box in Stettin aufgestellt und dort wird es spannend, wenn uns dann all die Segler und Matrosen erzählen, was sie über die Deutschen denken. Aber bitte noch ein paar Tage Geduld. Und in der Zwischenzeit: Guten Apetit!