Saturday, July 7, 2007

Wir lernen dazu

Heute kamen wir endlich dazu, uns mit den Videoaufnahmen zu beschäftigen. Es war gar nicht so kompliziert, wie wir anfangs dachten. Einfach bei YouTube anmelden und die Filme hochziehen und fertig! Naja, verschwiegen wird hierbei die lange Zeit des Hochziehens (ca. ne Stunde für einen 15- Sekunden(!)-Film) und das Bearbeiten der Html (dafür haben zum Glück unsere Spezialistin).
Da wir schon mal bei YouTube und Filmen sind, da hatten wir heute, die Projektmitarbeiterinnen, selber schon Ideen für einen Film. Mit Hilfe unserer Schildkröte (siehe Foto) könnte man einen Film über Dinosaurier aufnehemen - als eine gewagte Antwort auf die von uns gestellte Frage:"Was denke ich über Polen?"... Aber das nur so nebenbei.
Jetzt da wir mit den Videos soweit sind, bleiben uns nur noch die Tonaufnahmen. Die müssen wir ja auch irgendwie veröffentlichen! Zeit haben wir nur noch bis Dienstag, denn dann wird unsere Box wieder aufgestellt und es kommt (hoffentlich) viel neues Material hinzu!

Friday, July 6, 2007

Soziale Kunst 2

Egal, welche große Namen der Sozialen Kunst Pate stehen, für uns war das, was die Berliner Künstlerin Judith Siegmund macht (siehe Foto), ein Inspirationsmoment gewesen. Im Laufe ihrer künstlerischen Laufbahn fertigte Siegmund mehrere Kunstprojekte (bei denen wir vom WIR e.V. auch mitmachten), die sich mit aktuellen sozialen und politischen Themen bezüglich Polen bzw. deutsch-polnischen Beziehungen befassten: Die Stadt auf der Grenze, Soziale Geräusche, Fremde Freier, StarterKompakt. Im gleichnamigen Buch, das nach dem Projekt "Soziale Geräusche" veröffentlich wurde, schrieb Frau Brigitte Franzen über Judith Siegmund:

Judith Siegmunds Arbeitsweise ist inspiriert von dokumentarisch-aufklärerischen künstlerischen Arbeitsmethoden, wie sie durch Group Material oder Martha Rosler seit Mitte der 80er Jahre bekannt wurden. Die Ästhetik des Informativen hat ihre Wurzeln in der Konzeptkunst der späten 60er und frühen 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Seit den documenta-Ausstellungen 1997 und 2002 ist diese neue Art der Informationskunst als längst international verbreitete Arbeitsweise auch einem breiteren Publikum bekannt geworden. Der Versuch "Kunst mit einer Politik" zu verbinden oder zu betreiben - wie es Hal Foster in seiner Anthologie "The Anti-Aesthetic" einmal formuliert hat - steht hinter diesen institutionen- und kunstmarktkritischen Ansätzen. Die Grenzen zwischen kulturanthropologischer, literarischer, dokumentarischer und künstlerischer Herangehensweise verwischen dabei. Und auch darin lässt sich eine Analogie zu den "Grenzverwehungen" aufzeigen, die die Wahrnehmung von Individuen vor dem Hintergrund ihres kulturellen, politischen und zwischenmensch­lichen Erfahrungsschatzes und ihres daraus abgeleiteten Habitus im Angesicht der realen Grenze kennzeichnen. Diese Widersprüchlichkeiten aufzuzeigen scheint mir eines der Ziele von Judith Siegmunds Arbeit zu sein.

Brigitte Franzen im Buch von Judith Siegmund „Soziale Geräusche – Szumy społeczności – Socjalne sumenija“, Graz 2002



mehr über Judith Siegmund

Thursday, July 5, 2007

Neues zum Laptop

Jetzt wissen wir es endlich, er kann nicht senkrecht hängen. Das bekommt ihm nicht und er war sowieso lieb, dass er für uns drei Stunden pro Tag gearbeitet hat.
Dies bedeutet, dass unserer Tischlermeister, der unsere schicke Box gebaut hat, sie jetzt umbauen muss, damit wir uns am Dienstag in voller Montur bei dem Beach Volleyball Grand Slam aufstellen können.
Das Katzenbild hat uns Pilar (8 Jahre, aus Argentinien) gemalt in der Zeit als ihre Mama über die Polen schrieb.

Soziale Kunst

Wir werden immer wieder gefragt, was wir eigentlich tun, wenn wir mit unserer Kabine irgendwo stehen und die Leute befragen. Ist es eine wissenschaftliche Tätigkeit oder arbeiten wir im Auftrag einer Befragungsfirma, wie Emnid oder Forsa? Die Antwort ist: Nein, weder noch. Wir sind keine Wissenschaftler, obwohl unsere Mitarbeiterin, Maria Kozlowska eventuell über das Projekt ihre Lizenziatarbeit schreiben wird. Das, was wir hier machen, ist eine Kunstform, die schon auch einen Namen hat - Soziale Kunst. Einer der größten Künstler, der sich mit dieser Kunstform befasst hat, war Joseph Beuys und eine der wichtigsten Thesen dieser Kunstrichtung ist, dass es keine befriedigendere Methode der Selbstverwirklichung eines Künstlers gibt, als am Aufbau einer guten Gesellschaft mitzuwirken. Und das tun wir (versuchen wir zu tun). Was uns bewegt, ist selbstverständlich die Idee, bei der Gestaltung der deutsch-polnischen Beziehungen in modernem Europa mitzuwirken.

Unser Verein WIR (siehe link auf der rechten Seite) wurde gerade deshalb gegründet, dass wir als Schriftsteller an diesem Prozess teilhaben wollten. Genauso sicher waren wir, als unsere Mitarbeiter vor vier Jahren die Galerie ZERO als Forum für Ost-West Kunstdiskussion eröffnet haben, dass uns gerade diese Aufgabe inspiriert hat. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter. Wir haben uns von unseren Schreibtischen erhoben und verließen die Galerie. Wir nahmen einen Spiegel mit - unsere Kabine. Wir bauen diesen Spiegel irgendwo auf und sehen, was sich in ihm wiedergibt. Wir stellen keine andere Fragen und hegen keine andere Absichten, außer in diesen multimedialen Spiegel zu schauen und sagen: Aha, so ist es jetzt, so sehen sich die zwei Nachbarn im Juli/August 2007.

Klar, wir kennen alle historische Kontexte dieser (nicht immer) nachbarschaftlichen Beziehungen, wir wissen vom Krieg, Vertreibung, Kalten Krieg, eisernen Vorhang, wir wissen von Solidarnosc und vom Mauerfall, und genauso gut sind wir in der aktuellen politischen Situation bewandert, wir haben unsere Meinung zu Nizza, zum Tod und zur Quadratwurzel. Aber wir sagen gar nichts darüber. Es ist nicht wichtig, was wir wissen, es ist sogar nicht wichtig, was unsere Gesprächspartner wissen, wichtig ist nur, was in den Spiegel kommt.
Das sammeln wir und werden im Dezember 2007 in der Galerie ZERO (Köpenicker Str. 4, 120997 Berlin) ausstellen.

Wednesday, July 4, 2007

3. Tag in der Kulturbrauerei

Der 3. Tag bereitete uns zuerst eine nette Überraschung - der Computer in der Kabine funktionierte bestens, so als ob wenn am Tag davor gar nichts gewesen wäre. Und dann, nach genau 3 Stunden Arbeit hörte er ganz plötzlich wieder auf. Unser Medientechniker meint jetzt, es geht nicht um die Nässe, sondern darum, dass wir ihn senkrecht aufgehängt haben - vielleicht mag er es nicht und kündigt nach 3 Stunden seine Dienste. Vielleicht erwärmt er sich aber auch über seine Normgrenze oder hat ganz einfach seine Launen und will nur einen 3-Stunden-Arbeitstag haben. Bis wir also unsere Box nächstes Mal aufbauen werden, erwartet uns jetzt eine harte Test- und Prüfzeit.
Das Wetter war wie jetzt stets in Berlin, zuerst Sonne, dann Nieselregen und dann - gerade zur Streikzeit des Computers - ein Starkregen. Somit beendeten wird den Tag und bauten alles ab. Man hätte es sehen sollen, wie drei Frauen, eine im Elfenkleid, eine mit Hackelschuhen und eine mit langen, spitzen, rotbemalten Nägel eine Multimediakabine auseinandernehmen, Möbel zusammenpacken und eine dicke Abdeckplane über das Zeug ziehen. Emanzipation hat was! Wir können stolz sein und schade, dass uns kein Fotograf verewigt hat.
Wir haben ganz viele Leute interviewt, auch solche, die am Tag davor "Nein" sagten und doch wieder kamen und etwas schrieben. Ziemlich oft haben die, die wir angesprochen haben, im Vorbeigehen gesagt: "nein, jetzt nicht, jetzt habe ich keine Zeit, später". Zugegeben, dies hielten wir zuerst für eine plumpe Ausrede, bis wir feststellten, dass sie doch zurückkamen.
Weiterhin war das Handschreiben die meistbenutzte Ausdruckform, aber wir bekamen wesentlich mehr Kameraaufnahmen und erst gestern kam jemand, der mit dem Computer schreiben wollte.
Heute haben wir die Kabine abtransportiert. Das nächste Mal werden wir sie in einer Woche vor dem Hauptbahnhof aufbauen. Interessant, wie das Alltagspublikum auf unsere Anfrageaktion reagieren wird...!

RADAR STEREOTYPEN BOX, 3.TAG


Angelika, erwachsene Deutsche mit Diplomabschluss
War noch nicht in Polen

(Text per Hand geschrieben)
Ein mir bis jetzt unbekanntes Landzwischen Deutschland und Russland.
Sehr leidenschaftliche Menschen, zumindest die, die ich bis jetzt kennen gelernt habe.
Landschaftlich wahrscheinlich
äußerst interessant, steht noch auf meiner Agenda.

Carsten, Kauffmann mit Diplomabschluss, Deutscher
War noch nicht in Polen
(mit Mikrofon aufgenommen.32)


Ali, Arzt, Deutscher aus Libanon
War schon oft in Polen (Danzig, Krakau, Breslau)
(Text per Hand geschrieben)
Polen ist ein sehr schönes Land, die Menschen sind sehr freundlich, warmherzig, sehr gastfreundlich, die polnische Küche ist auch sehr lecker.

S. Filgo, Musikerin mit Abitur
War schon öfter in Slubice
(Text per Hand geschrieben)
Ich habe mehrere polnische Musikerkollegen und verstehe mich mit ihnen sehr gut. Ich mag ihre offene Art, ihre Direktheit und komme sehr gut mit ihnen klar. Übrigens auch gute Musiker.

Erwachsener
(Text von Projektmitarbeiterin aufgeschrieben)
Nee, kein Bedürfnis!

Deutscher
(Text per Hand geschrieben)
In Polen gibt es eine sehr gute Filmhochschule, die große Regisseure wie Polanski und Wajda hervorgebracht hat. Die Polen haben also filmisches Talent.
Außerdem können sie besser saufen als die Deutschen.
Leider haben die Polen diese beiden Zwillinge an die Spitze ihres Landesgewählt, die dumm und gefährlich sind.
Ich glaube, es gibt sehr schöne polnische Frauen, jedenfalls mehr als in England.

Dominik, Student aus der Schweiz
(Text per Hand geschrieben)
Polen ist ein Land, dass ich leider nur aus den Medien kenne. Östlicher aus Berlin bin ich nie gekommen. Mit Polen verbinde ich das Bild der Fernbusse, die vor der Reitschule in Bern zur Abfahrt warten. Personen mit riesigen Koffern stehen vor diesen Bussen, welche Namen tragen, die das Fernweh in mir wecken. Kennen tu ich die Ortschaften nicht, umso faszinierender klingen sie. Für mich tragen sie Namen, die für mein Mund unaussprechlich scheinen.

Lars, Director/Marketing, Schulabschluss 2000, Ausländer aus Dänemark
War schon in Polen (2006 in Warschau, 2001 in Stettin)
(Text per Hand geschrieben)
1. Ich denke: “Willkommen in der EU!”
1a. Aber erinnern: Die “Twins” müßen lernen einen besser Stil und Attitude zu bekommen…..
2. Fantastische Polische Handwerkeren haben meiner Wohnung in Kopenhagen renoviert. – Danke!
Lars …


Nathalie, Jugendliche aus Berlin
(Text per Hand geschrieben)
Ich war leider noch nie in Polen, möchte es mir aber gerne einmal anschauen; besonders Warschau oder die poln. Ostsee. Die Polen die ich bisher kennen gelernt habe, waren sehr sympathisch, aufgeschlossen und besitzten einen eigenen Humor.
Ich kann nichts negatives über die Polen (insbes. in Berlin) sagen.


Erwachsener Deutscher aus Hamburg mit Universitätsabschluss
(Text per Hand geschrieben)
Was denke ich über Polen?
Ehrlich gesagt: wenig.
Ich habe Polen bisher wenig “auf dem Scheitel” gehabt. Meine Orientierung lag bisher eher im Bereich der “westl. Welt”.
Aktuell: Etwas Befremden über die über die Medien berichteten Empfindlichkeiten d. Gebrüder Kaczynski im Rahmen d. EU-Gipfels.


Lehrer aus Franken, Deutscher
(Text per Hand geschrieben)
Das Verhältnis zwischen Deutschen und Polen ist nicht einfach. Die Geschichte belastet es ziemlich;
Ich habe polnische Freunde. Mit der polnischen Regierung habe ich – wie wohl auch eine große Zahl von Polen Schwierigkeiten.
Polen ist eines der größten Länder der EU und hat wegen vieler leidvoller Erfahrungen Angst zu kurz zu kommen. Ich vermute aber, dass Polen bald ein Land sein wird, das seinen srlbstverständlichen Platz in der EU gefunden hat.
Es gibt viele schöne Städte in Polen.
Polen ist sehr katholisch.
Obwohl Deutschland und Polen Nachbarn sind, gibt es noch zu wenig Vertrauen und Verständnis.
Die Polen sind (mit Recht) stolz auf ihr Land, auch wenn die Hälfte des Landes einfach von Ost nach West “verschoben” worden ist.
Viel Erfolg mit Ihrem Projekt!


Arndt, Referent aus Köln, Deutscher
War noch nicht in Polen
(mit Mikrofon aufgenommen. 31)

Erwachsene Argentinierin, Philosophie
War noch nicht in Polen
(Text per Hand geschrieben)
(Bild von Tochter Pilar, 8 Jahre alt)
Ich habe in Deutschekurse Leute aus Polen kennengelernt. Sie sind sehr nette Leute, Frauen oder Männer, die ganz lieb mit einander sprechen und arbeiten. Wenn ich Polen in Fernseen gucke, manchmal, glaubte ich das Argentinien ist! Die Leute scheinen ähnlich. Also, ich hoffeein Mal auch in Polen sein und vielleicht zum Haus von Karol Wojtyla gehen. Viel Gluck!

Jasper, Student aus New York
(Text per Hand geschrieben)
- My film teacher is a crazy Pole.

Ana, Deutsche aus New York
War noch nicht in Polen
(Text per Hand geschrieben)
IN NEW YORK LEBEN VIELE POLEN IN GREENPOINT
- POLEN SIND:
FREUNDLICH
MELANCHOLISCH
IMMIGRANTEN
“HARD-WORKING”
VERTRAUENSWÜRDIG
TIEF


Camilla, alt, Ausländerin aus Harlem
(Text per Hand geschrieben)
I DON´T THINK ABOUT POLEN

Franziska, Azubi aus Berlin
Lena, angehende Mediengestalterin aus Berlin
War schon in Polen (“vor vielen Jahren bei einem kanu-urlaub für 2 oder 3 Wochen in den Masuren”)
(schreiben zusammen am Computer)
Leider ist genau in dem Moment als die Mädels am schreiben waren unser Laptop abgestürzt...

Dominik, Berater aus Berlin, Deutscher
War schon in Polen (Danzig - 1998, Krakau - 1999)
(Text per Hand geschrieben)
About Poland
+ nette Menschen
+ schwierige Regierung
+ Polen ist für mich in seiner Position gegüber Deutschland schwer einzuschätzen
+ Polen ist ein wichtiges Land in Europa
+ Polen sind gegenüber Deutschen manchmal misstrauisch/haben Vorurteile
+ Polen und Deutschland sollten ihre Freundschaft vertiefen =)

Suse, Schülerin, Deutsche aus Syrien
(Text per Hand geschrieben)
Was denke ich über Polen?

Dadurch, dass ich noch nie in Polen war, kenne ich nur wenige Polen & konnte mir deshalb kein Urteil über Polen bilden. Natürlich finde ich die Polen die ich kenne recht nett, aber ich denke, dass es auch in Polen sympatische & weniger sympatische Menschen gibt. Ob man nun aus Deutschland, Polen oder auch aus Indien kommt, ist mir eigentlich recht egal, wir sind doch alle nur Menschen oder?

Laura, Schülerin aus Berlin
War noch nicht in Polen
(Text per Hand geschrieben)
Was ich über Polen denke:

Ich war noch nie da, das heißt ich konnte mir kein persönliches Bild machen, allerdings kriege ich ja mit was die Leute so sagen, & diese ganzen Vorurteile von wegen klauen & so kotzen mich ziemlich an! Das heißt ich hab eine ziemlich neutrale Meinung. Allerdings wurde meine Schwester, die mal in Polen war ziemlich runtergemacht, weil sie Deutsche ist, so von wegen alle Deutschen waren, sind & bleiben Nazis. & sowas find ich doof! Aba alles in allem bin ich neutral.

Gabriele, Familientherapeutin aus Berlin, Deutsche
War schon in Polen (“Viele Male: bis 1989 z.B. Warschau, Krakow, Gdansk, Wał
bczych, usw.“)
(Text per Hand geschrieben)
Ich fühle mich den Polen sehr verbunden, ich hatte Freunde in Polen (Juden), die 1968 nach Amerika ausgewandert sind.
Danach bin ich noch viele Male nach Polen gefahren. 1984konnte ich fahren, obwohl es für DDR-Bürger wegen Solidarnocz verboten war. Ich liebe Ihr Land und die Leute.
Heute bin ich sehr entsetzt über die Regierung, lange schon wollte ich wieder nach Polen fahren, im Moment warte ich noch ab, in der Hoffnung, es wird sich etwas ändern.
Ich bin mit meiner Partnerin, mit der ich “verheiratet” bin sicher nicht willkommen. Ich denke aber, das polnische Volk wird sich diese antidemokratische Stimmung nicht mehr solange gefallen lassen und sich auf ihre Kraft aus der Zeit d. Solidarnocz besinnen.
Alles Gute für Ihr Land
Gabriele S….


Bärbel, Diplom-Psychologin aus Berlin
War schon oft in Polen (bis 1989 z.B. Warschau, Gdansk, Krakau, Zakopane)
(Text per Hand geschrieben)
Ich habe Polen sehr gern besucht, dort oft Urlaub gemachtund mich wohl gefühlt. Als die Solidarnosc-Bewegung begann, war ich als DDR-Bürgerin froh und hoffte, daß der Funken überspringt.
Kritick erlebte ich damals den Umgang mit der jüd. Gesschichte, z.B. ein Ausschwitz-Gedenkpavillon wurde nur von einzelnen Besuchern besichtigt, nicht von den vielen Reisegruppen.
Ich bin erstaunt, daß das poln.
Volk die jetzige Regierung gewählt hat, die in Europa für viel Unruhe sorgt. (z.B. sollten Bücher von Goethe, Dostoj., Kafka für den Schulunterricht verboten werden.)
Viel Glück u. Veränderungen
Bärbel ...


Erwachsener aus den USA
War noch nicht in Polen
(Text per Hand geschrieben)
I would love to visit Poland one day – it sounds a fascintating country!

Ausländer
War schon in Polen (Danzig, Sopot)
(Text mit Kamera aufgenommen.c1)

Jutta, Lehrerin
War schon in Polen (in verschiedenen Städten im Norden, sowie Poznan, Warschau)
(Text per Hand geschrieben)
Viele Menschen in Polen sind sehr sprachbegabt, sie haben die Fähigkeit sich an neue Umgebungen und Umstände anzupassen. Der Einfluss der katholischen Kirche und das konservative Denken vieler Menschen ist beängstigend und ausgrenzend.
Schöne Landschafte, üble Straßen.


Marcel Block, Kulturmanager aus Berlin
War schon oft in Polen (Masure, Szeczin, u.v.a.)
(Text per Hand geschrieben)
- Natur sehr schön
- Katholisch
- Salidarnos
ć
- böse Kaczyinsky
ś
- Papst

Studentin aus Berlin
(Text per Hand geschrieben)
- wahrscheinlich ein Land mit schönen Orten (war noch nicht dort), dem es aber wohl wirtschaftlichnicht besonders gut geht
- die katholische Kirche hat zu viel Macht

Jeannette, Anthropologin aus Berlin
(Text per Hand geschrieben)
- freiheitsliebendes Volk
- schöne Frauen
- schöne Landschaften
- schöne, historische Städte
- fleisige Menschen
- nette Menschen
- feiern gern,
- gute Musiker, Schriftsteller, Filmemacher

Dominik, 27 Jahre alt, Gärtner
War schon mal in Polen (“weiss nicht wie der Ort heist”)
(Text per Hand geschrieben)
One Love!

Dirk Michaelis, Musiker, alter Deutscher aus Berlin
War schon mal in Polen (Ostsee , 90ziger)
(Text per Hand geschrieben)
CZESLAW NIEMEN
SCHÖNE FRAUEN
SOLIDARNOS
Ć
Papst
HOFFNUNGEN
UND IM MOMENT ETWAS SELTSAME REGIERUNG

Erwachsener aus England
War schon in Polen
(Text per Hand geschrieben)
Poland – great country
friendly people
wonderful culture
Polish people work much harder and for much less money the Western Europeans.
FiatPolski is a fabulous car but not as good as the Trabant.

Stephan, Student aus Mainz
War schon mal in Polen (´95 in Glucholazy)
(Text per Hand geschrieben)
- mein Opa kommt aus Schl...
- war schon 1× in Polen

Glucholazy
für eine Woche mit meiner damaligen Schulboyband
in eier Familie gewohnt
Oma dieser Gastfamilie konnte dt. und hat über die Nazizeit erzählt

hatte eine Freundin aus Polen
sind hübsche Frauen
starker Glaube
- die Gesschichte vereint unsere Länder
mein Verhältnis zu Polen ist gut & ich würde gern wieder dort hin, um mir verschiedene Städte anzuschauen

Dirk, Designer, Deutscher
(Text am Computer geschrieben)
hmmmmmm...
polen ist streng katholisch
geschichte und kultur sind eng verwoben mit der deutschen geschichte
die polen im ruhrgebiet. schimanski und co.
leider: zur zeit die zwillinge die ein bißchen nerven.
ich möchte sehr gerne mal nach polen (vor allem nach krakau und in den östlichen teil
ein polnischer freund sagt immer: die polen sind faul, deswegen ist er nach deutschland ausgewandert...
die ostsee.
in polen ist die landschaft und natur noch ursprünglicher als in deutschland. auch deswegen möchte ich da mal hin.
die polnische sprache soll so schwierig zum lernen sein.
ich glaube die meisten deutschen haben polnische vorfahren (siehe oben). vergessen die aber immer.
vodka chopin. chopin.
püolen wir in naher zukunft sehr reich sein. denke ich.
so, das wars.
gruß
dirk

Pierre, Student aus Frankreich
War schon in Polen (2004 Krakau, Warschau, Bialystok)
(Text am Computer geschrieben)

WHat do I think of the polish people ?
Many stereotypes come to mind, mostly that people are representative of the eastern european type, tall,
blond, blue eyes, hard looking faces. I think also they have very traditional values and attach a lot of
importance to one's word and one's family. From looking at the country, I always saw Poland as the France of
Eastern Europe.
Mostly though, I wonder what this project is about ... !

Lars Thun, Bühnenbildner aus Berlin
War schon mal in Polen (2003, Stettin)
(Text am Computer geschrieben)
Was denke ich ueber Polen..
also, meine Erfahrung ueber Polen ist nur sehr gering..
lediglich ein kuerzerer Aufenthalt kann eine sehr positive Meinung
wiedergeben..
Nette Leute, ein sehr schoenes Land,
ueber die politischen Auseinandersetzungen finde
ich kein verstaendnis.
Erfahrung mit polnischen Menschen in Deutschland
kann ich auch nur als sehr postiv betrachten..
zurueckhaltend und angenehm,...
also ,waeren da nicht die beruechtigten zwillingsbrueder...
alles bestens...

Emil Szorkowicz, Musiker/Moderator aus Niederlande
War schon in Polen („Geboren in TARNÓW (Polska), IMMER IN DIE SOMMERFERIEN AB 1976-1987. Letztes wohl in 1992, also die Mauer und alles drum herum ... erlebt.“)
(Text per Hand geschrieben)

P
Musikgefühl, Ehrgeiz
O
Land das mit eigenem Minderwertigkeitskomplex kämpft.
Immer will arbeiten (…) dass auch nicht will.

L E
in Land das singt.
Leider noch nicht weiss wehlchen weg sie (…)/will.

E
Lebt UND IMMER LEBEN WIRD.
N
Im herz zu gut will./ist./Bleibt.
Szorkowicz

Nelissen, Musiker aus Holland
War schon mal in Polen (1984, Krakau)
(Text per Hand geschrieben)

POLEN SIND FÜR MICH:
KULTUREL UNTERLEGT:
NICHT FAUL.
VOLK OHNE IDENTITEIT
VIEL TRINKER
IMMER DAZWISCHEN
ZU FREUNDLICH
ZU DIENSTLICH
AB UND ZU HAB ICH DAS GEFÜHL DAS SIE EIN MINDERWERTIGHEITS COMPLEX HABEN.
ARTISTIEK
SCHÖNE FRAUEN
GEFÜHLVOLL
ARBEITSAHM
SLAVISCH


Erwachsene
(Text von Projektmitarbeiterin aufgeschrieben)

Oh, nee!

Zhanna Ospanova, Deutschlehrerin aus Kasachstan
War noch nicht in Polen
(Text per Hand geschrieben)
Ich habe leider nicht so viele Polen kennengelernt. Aber die Leute, die ich in meinem Leben gesehen habe, sind ganz nett. Besonders die polnischen Frauen – sie sind schön, hübsch.
Sie müssen von anderen Völkern beliebt werden.
(unlesbare unterschrift)


Deutsche aus Berlin, Schulabschluss: Abitur
War schon mal in Polen (Warschau 2005)
(Text am Computer geschrieben)
Unsere Polnischen nachbarn sind sehr sprachbegabt, aber leider manchmal nicht so freundlich. Ich habe einige Polen in meinem Bekanntenkreis und fahre daher ab und zu nach polen. Die typischen Vorurteile bezüglich der Polen kann ich so nicht bestätigen,

Matt, Künstler aus England
War noch nicht in Polen
(Text am Computer geschrieben)
Poland... what do I think or know?
Poland has odd childer-star twin leaders and too much religion for the young people who are currently living and working in the UK.
Go to a cafe in my home city of Leeds and you usually get surved by somebody from Euroland, often a Pole.
I have not really met any Polish but I see them around!
That is all...

Deutscher, Abitur
War schon in Polen (Ostsee; Wolin; Szczecin)
(Text per Hand geschrieben)
Polen ist ein schoenes, freundliches natuerliches Land.


Tuesday, July 3, 2007

Der 2. Tag - im Regen

Am 2. Tag standen wir weiterhin in der Kulturbrauerei. Der Tag war viel, viel ruhiger, Derek Wallcot war nicht da, auch die Salsatänzer, die im Club Lobby den ganzen Sonntagabend getanzt haben, schliefen noch, dafür regnete es, mal sachte, mal in Strömen, und trotzdem haben wir fast soviele Leute interviewt, wie an dem regen Tag davor. Insgesamt haben sich gestern 13 Menschen zum Thema "WAS DENKE ICH ÜBER POLEN" geäußert, meistens Ausländer - Amerikaner, Schweden, Österreicher (von diesen Aussagen können wir jetzt hier leider nur neun veröffentlichen). Der Tag wäre ruhig und schön gewesen, wenn uns nicht eine Katastrophe passiert wäre - wegen der Nässe hat der Laptop nach ca. 3 Stunden Arbeit seinen Geist aufgegeben. Ob für immer oder nur bis die Sonne wieder scheint ist noch dahingestellt. Wir werden es heute nachprüfen. Heute scheint sie doch.
Genauso wie am 1. Tag, war auch gestern das meistbenutzte Ausdruckmedium ganz einfach per Hand zu schreiben. Die Aussagen vom ersten Tag haben wir alle abgeschrieben und als Kommentare beigefügt. Mit den Ergebnissen vom 2. Tag sind wir anders umgegangen: wir haben sie gescannt und unten eingefügt. Mal sehen, was besser ankommt (also eine Bitte an die Blogleser - sagt uns Bescheid, wie unsere Ergebnisse besser zur Geltung kommen :-)

Ramona
Studentin, aus Brandenburg/Berlin

1 junger Mann, aus Griechenland


Lucille
Studentin aus Frankreich
Studentin aus Österreich

Bent
Älterer Mann aus Dänemark
Hausmeister, vorher Pilot
War mehrmals in Krakau (1988, 2004, 2005)
Der Text diktiert, von Projektmitarbeiterin aufgeschrieben

Samuel
Älterer Mann aus Kalifornien (USA)
Theatermacher, Chorsänger
War noch nie in Polen - sein Vater ein polnischer Jude aus Vilnius. Auf Polnisch kann er nur das Wort „cukier“ (Zucker) sagen.

Kameraaufnahme im Gespräch mit einer Projektmitarbeiterin


Helena
Studentin aus Schweden

Frank Viehweg
Liedermacher aus Berlin
War mehrmals in Polen als Kind und Jugendlich (Swinoujscie), 2007 in Slubice

Monday, July 2, 2007

1. Projekttag - 1. Juli.2007

Der erste Tag begann um 16.00 Uhr. Wir luden unsere Box und ganz viel Projektkram ein und fuhren in die Kulturbrauerei. Dort stellten wir uns vor dem Maschinenhaus auf, neben zwei ziemlich
komischen Figuren von Adam und Ewa auf, die sehr groß und nackt sind und unglaublich anorektisch wirken. Die Kulturbrauerei und den 1. Juli haben wir mit Absicht gewählt. Wir kamen zum Abschluss des 8. Poesiefestivals und der Tag stand unter dem Zeichen von Derek Walcott, Literatur-Nobelpreisträger aus der Karibik. Zuerst fand um 18.30 Uhr in der Literaturwerkstatt das Poesiegespräch zum "Omeros - Schwarze Odyssee" statt, wo auch der Autor höchstpersönlich anwesend war. Dann begann um 20.00 Uhr im Maschinenhaus eine Theateraufführung des "Omeros". Das Publikum, das zu diesen Events kam, war natürlich absolut vornehm, die Frauen in Kleider, die man nur aus München kennt oder naja, vielleicht aus dem Regierungsviertel. Aber ein paar typische Berliner aus dem Prenzlauer Berg waren auch anwesend. So war auch unsere Klientel, eine gesunde Mischung, sowohl alters- als auch herkunftmäßig. Wir stellten unsere einfache klare Frage:

und
haben 14 Antworten angesammelt. Was uns an diesem ersten Tag eingefallen ist, ist die Tatsache, dass wir mit viel Geld und Mühe unsere multimediale Kabine aufgebaut haben, wo man seine eigene Meinung per Computer schreiben kann, oder aber sich vor dem Mikrofon oder vor der Web-Kamera äußern kann. Und? Na eben, nix und. Wir haben zwei unsere Gesprächspartner regelrecht "gezwungen", in die Kabine zu gehen und sich vor der Kamera zu stellen, der Rest sprach zu uns oder schrieb per Hand, und wollte sich auf keinen Fall mit der Technik befassen, auch als wir immer wieder betonten, es sei zuerst kinderleicht, und zweitens - wir sind auch zur Hilfe da.
Alle Kommentare haben wir abgeschrieben (Rechtschreibung, Stilistik, Grammatik etc. wie im Original!) und unten als Kommentare beigefügt. Unsere Leser sind herzlich eingeladen, sich auch direkt im Blog zu der Projekt-Frage zu äußern:
WAS DENKE ICH ÜBER POLEN?
Unsere Kameraaufnahmen vom 1. Tag zeigen wir hier:


31-jähriger Dichter aus Berlin


Chirurg aus Berlin, war zwei mal in Polen (1974 und in den 90zigern)

Das Bild war unsere erste Antwort, die wir bekommen haben, und zugleich die schönste (klar! zwei Mädchen von 10 Jahren brauchten eine gute Halbestunde, um es zu malen! Danke!)